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Schlüsselkonzepte A-K

Aus Erfolgreich gewaltfrei

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Im folgenden Abschnitt werden alphabetisch geordnet verschiedene Schlüsselkonzepte (z. B. das „Zivilisatorische Hexagon" von Dieter Senghaas) und wichtige Informationsquellen (z. B. zu aktuellen Krisen und Kriegen) vorgestellt. Eingangs soll auf drei übergreifende Sammelwerke, die sich mit verschiedenen Themen befassen, hingewiesen werden:

  • Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e. V. (Hrsg.) (2008) Gewaltfrei streiten für einen gerechten Frieden. Plädoyer für zivile Konflikttransformation. Oberursel: Publik-Forum Verlagsgesellschaft [ISBN 978-3-88095-176-1]
  • Reychler, Luc and Paffenholz, Thania (Hrsg.) (2001) Peace-building. A Field Guide. London/Boulder: Lynne Rienner Publishers [ISBN 978-155587-937-3]
  • The Berghof Handbook for Conflict Transformation. Berlin: Berghof. [Online] bei <http://www.berghof-handbook.net/> [07.11.2011]


Zu den Schlüsselkonzepten L-Z geht es hier entlang.


Inhaltsverzeichnis

Beispiele Ziviler Konfliktbearbeitung:


Sammelwerke mit anschaulichen Beispielen von Projekten und Aktivitäten

Oftmals werden zur Illustration dessen, was Konfliktbearbeitung leisten kann, Beispiele gesucht. Die folgenden Publikationen (in ihrer Mehrzahl in englischer Sprache) können hierbei helfen. Die vollständigen bibliografischen Angaben und oftmals auch die Webseiten, von denen sie heruntergeladen werden können, finden sich in der Bibliografie der zugrunde liegenden Studie.

  • Action for Conflict Transformation (2003) Transforming Conflict. Reflections of Practitioners worldwide. Pnom Penh/ Melville: ACTION. [Bezug durch Responding to Conflict Birmingham, <http://www.respond.org/pages/publications.html>[07.11.2011]
    Der Band enthält eine Fülle von kürzeren und längeren Beispielen, die in die Darstellung der Arbeit zu Konflikttransformation (Lernen, Mobilisierung, Training, Intervention) eingebunden sind.
  • Auer-Frege, Ilona (Hrsg.) (2010) Wege zur Gewaltfreiheit. Methoden der internationalen zivilen Konfliktbearbeitung. Berlin: Büttner Verlag [ISBN 978-3-9813548-0-5]
    Nach einem einleitenden Artikel zu "Zivile[r] Konfliktbearbeitung im Kontext der Friedensarbeit in Deutschland" stellt der Band 31 Fallbeispiele aus den unterschiedlichsten Bereichen ziviler Konfliktbearbeitung vor.
  • Brasó i Rius, Anna; Ros i Mas, Carles; Barbeito Thonon, Cécile und Serra i Feu, Francesc (2007) Report of Good Practices for a Culture of Peace. Escola de cultura de pau / Foundation Culture of Peace. Barcelona. [Online] bei <http://fund-culturadepaz.org/BarnaDOC/Report_of_Good_Practices.pdf> [07.11.2011]
    Kurze Darstellung von Beispielen Guter Praxis im Bereich von nationaler und internationaler Konfliktbearbeitung.
  • EED und Brot für die Welt (ca. 2001) Peace grows from within. Civil Conflict Management in Development Cooperation. Bonn: EED [Graue Literatur]
    Enthält einige recht ausführliche Fallstudien zu Konfliktbearbeitung in der EZ: Indien, Kamerun, Südsudan, Kivu-Große Seen (DR Kongo und Nachbarländer), Kenia, Äthiopien, Mosambik, Guatemala.
  • European Centre for Conflict Prevention (1999) People Building Peace. 35 Inspiring Stories from Around the World. Utrecht: European Centre for Conflict Prevention [ISBN 978-9057270291]
    Dieser Band enthält 35 Fallbeispiele gelungener Konfliktbearbeitung durch zivilgesellschaftliche Akteure, ergänzt um einige einleitende Beiträge.
  • Evangelischer Entwicklungsdienst (2008) Netze des Friedens knüpfen. Ziviler Friedensdienst. Bonn: EED [Online] bei <http://www.eed.de//fix/files/doc/eed_netze_des_friedens_08_deu.pdf> [07.11.2011]
    Dieses Heft enthält acht Beispiele von Projekten des Zivilen Friedensdienstes, die vom EED durchgeführt werden bzw. wurden.
  • Heijmans, Annelies; Simmonds, Nicola und Van de Veen, Hans (Hrsg.) (2004) Searching for Peace in Asia Pacific: An Overview of Conflict Prevention and Peacebuilding Activities. London/ Boulder: Lynne Rienner Publishers [ISBN 978-1588262394]
    Beispiele zur Arbeit verschiedener Organisationen aus Asien und Adressliste.
  • Mathews, Dylan (2001) war prevention works. 50 stories of people resolving conflict. Oxford: Oxford Research Group [ISBN 978-0-9511361-6-4]
    Jeweils kurze anschauliche Beschreibungen von erfolgreicher Konfliktbearbeitung mit Quellenangaben.
  • Matthies, Volker (Hrsg.) (1997) Der gelungene Frieden. Beispiele und Bedingungen erfolgreicher friedlicher Konfliktbearbeitung. EINE Welt-Texte der Stiftung Entwicklung und Frieden Vol 4. Bonn: Dietz [ISBN 978-3801202583]
    Dieses Buch ist eine der frühen Publikationen in deutscher Sprache, die Beispiele friedlicher Konfliktbearbeitung beschreibt. Ihr Ziel ist zu zeigen, dass „trotz meist widriger Bedingungen Friede möglich und machbar ist" (13). Nach einer Einleitung des Herausgebers werden im ersten Teil Industriegesellschaften mit stabilen Friedensstrukturen vorgestellt: Die OECD-Länder als Zonen des Friedens und die Schweiz. Im zweiten Teil folgen drei Aufsätze über Indien, Malaysia und Tansania unter der Überschrift Entwicklungs- und Schwellenländer mit längeren Friedenserfahrungen. Im dritten Teil geht es dann um erfolgreiche Konfliktregelung und Friedenskonsolidierung. Thematisiert werden Südtirol, Libanon und Mosambik. Der abschließende vierte Teil über gelungene Beispiele der Gewaltprävention stellt die Arbeit internationaler Organisationen (OSZE, VN, auch NRO) im Baltikum und der präventiv stationierten UN-Blauhelmmission in Mazedonien vor.
  • Peace Counts: Gerster, Petra mit Gleich, Michael (2005) Die Friedensmacher. München/Wien: Carl Hanser [ISBN 978-3446403123]
    Das Buch enthält elf reich bebilderte Reportagen über ganz normale Menschen, die sich in ihren Gemeinschaften für Frieden und Menschenrechte einsetzen. Die Bandbreite reicht von einem Pfarrer in Kolumbien über einen in Deutschland ansässigen tamilischen Flüchtling, der 1995 in seine Heimat zurückkehrt, bis zu gemeindeorientierter Polizeiarbeit in den USA.
    Das Projekt Peace Counts des Journalisten Michael Gleich will weltweit Vorbilder für Frieden recherchieren, durch Reportagen dokumentieren und für ein breites Publikum aufbereiten. Die Webseite enthält eine Reihe von Beispielen erfolgreicher Friedensarbeit, zumeist an der Tätigkeit einzelner Persönlichkeiten orientiert. Internet: <http://www.aja-online.org/de/peace-counts/ueber-peace-counts/> [07.11.2011]
  • Plattform Zivile Konfliktbearbeitung (2003) Frieden braucht Gesellschaft! Gesellschaftliche Ansätze in der Zivilen Konfliktbearbeitung. Eine Bestandsaufnahme. Wahlenau. [Online] bei <http://www.konfliktbearbeitung.net/downloads/file285.pdf> [07.11.2011]
    Diese Broschüre ist zwar schon einige Jahre alt und daher an einigen Punkten (Darstellung der durch die Bundesregierung geschaffenen Instrumente) ergänzungsbedürftig, gibt aber einen guten Überblick und einige Beispiele für konkrete Ansätze wie die Arbeit politischer Stiftungen, Entwicklungs- und Friedensdienste, Menschenrechtsarbeit, Ziviler Friedensdienst etc.
  • Tullio, Francesco (Hrsg.) (2002) Le Organizzazioni Non Governative e la trasformazione dei conflitti. Le operazioni di pace nelle crisi internazionali. Analysi, esperienze, prospettive. Roma: Edizioni Associate Editrice Internazionale [ISBN 978-8826703183]
    Der Sammelband beschreibt umfassend die Arbeit von italienischen NRO und anderen Organisationen in der Konfliktarbeit.
  • Van Tongeren, Paul; van de Veen, Hans und Verhoeven, Juliette (Hrsg.) (2002) Searching for Peace in Europe and Eurasia. An Overview of Conflict Prevention and Peacebuilding Activities. Boulder: Lynne Rienner Publishers [ISBN 978-1588260543]
    Das Buch enthält drei Teile: Der erste ist eine Sammlung von theoretischen Aufsätzen zu Themen der Konfliktbearbeitung, darunter von Michael Lund zu Konfliktprävention und Kevin Clements über den state of the art der Konfliktlösung. Der zweite gibt einen Überblick über Aktivitäten der Konfliktprävention und des Peacebuilding in verschiedenen Regionen. Der dritte Teil ist ein Adressverzeichnis von NRO aus den berücksichtigten Regionen.
  • Van Tongeren, Paul; Brenk, Malin; Hellema, Marte und Verhoeven, Juliette (Hrsg.) (2005) People Building Peace II. Successful Stories of Civil Society. Utrecht: European Centre for Conflict Prevention [ISBN 978-1-58826-383-4]
    Dieser Band enthält über sechzig Beispiele aus aller Welt von gelungener Konfliktbearbeitung durch zivilgesellschaftliche Akteure. In mehrseitigen Einleitungen und einem vorausgeschickten Theorieteil werden darüber hinaus wichtige Themen der Konfliktbearbeitung kurz und prägnant beschrieben.
  • Weingardt, Markus A. (2007) Religion macht Frieden. Das Friedenspotential von Religionen in politischen Gewaltkonflikten. Stuttgart: W. Kohlhammer [ISBN 978-3170198814]
    Das Werk enthält sechs Hauptfallstudien (Argentinien/ Chile, Deutsche Demokratische Republik (DDR), Britisch Ost-Indien, Kambodscha, Mosambik und die Philippinen) sowie 34 weitere zu der Rolle religionsbasierter Akteure verschiedener Religionen in gewaltsamen Konflikten.
  • Ziviler Friedensdienst: Zum Zivilen Friedensdienst sind u. a. die folgenden beiden Publikationen mit Beispielen erschienen:
    Arbeitsgemeinschaft Qualifizierung für zivile Konfliktbearbeitung/ Zivilen Friedensdienst (1999) Friedensfachdienst ist machbar! Profis der zivilen Konfliktbearbeitung im Einsatz. Bonn: AG Qualifizierung [Graue Literatur]
    Konsortium Ziviler Friedensdienst (Hrsg.) (2006) Mehr Frieden wagen … Wege zur Überwindung von Gewalt – Sieben Jahre Ziviler Friedensdienst. Bonn: Konsortium Ziviler Friedensdienst [Online] bei <http://www.ziviler-friedensdienst.org/sites/default/files/upload/zfd-72dpi.pdf> [07.11.2011]
    Der folgende Sammelband ist zwar inzwischen einige Jahre alt, gibt aber einen guten Überblick über die Geschichte und Diskussionen um den ZFD:
    Evers, Tilman (Hrsg.) (2000) Ziviler Friedensdienst. Fachleute für den Frieden. Idee – Erfahrungen – Ziele. Opladen: Leske + Budrich [ISBN 978-3810029102]

Darüber hinaus finden sich viele Projektbeschreibungen in den Webseiten der unter (B) benannten Institutionen, Organisationen und Projekte.

Bibliografien



Bundesregierung


Die vielleicht beste Quelle für einen Überblick über die Tätigkeiten der Bundesregierung im Bereich der Krisenprävention und Zivilen Konfliktbearbeitung ist der Aktionsplan „Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung" von 2004 und die drei bislang publizierten Umsetzungsberichte hierzu. Sie können alle heruntergeladen werden bei IFA/ zivik: <http://www.ifa.de/foerderprogramme/zivik/krisenpraeventionsbericht> [07.11.2011]


Demokratischer Frieden und das zivilisatorische Hexagon


Das Konzept des demokratischen Friedens basiert auf der Beobachtung, dass moderne Demokratien gegeneinander keine Kriege führen, wohl aber in großer Zahl gegen Nicht-Demokratien. Obwohl die Tatsache als solche unbestritten ist, werden die aus ihr zu ziehenden Folgerungen in der Friedensforschung weiter kontrovers diskutiert (siehe z. B. Crocker 2007 oder verschiedene Publikationen aus der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung).

Wo Politik zur Zivilisierung des Zusammenlebens der Menschen innerhalb von modernen Gesellschaften beiträgt, wird ein solches Projekt idealiter von folgenden sechs Sachverhalten gekennzeichnet, bekannt als das zivilisatorische Hexagon:

Abbildung 1) Das zivilisatorische Hexagon

(Quelle: Senghaas 1995)


Europäische Union


Über die verschiedenen Aktivitätsfelder und Instrumente der EU einen Überblick aus jüngster Zeit zu gewinnen, ist nicht einfach. Einen Einstieg mögen die folgenden Publikationen bieten:


Evaluation


Zum Thema Evaluation gibt es eine sehr umfangreiche Literatur. Als Einstieg sei empfohlen:

Eine Diskussion um Ansätze des sog. Peace and Conflict Impact Assessment (PCIA) wurde in der Dialog-Serie des Berghof-Handbuches publiziert:

Ein neueres Buch, das einen guten Überblick bietet, ist

  • Paffenholz, Thania und Reychler, Luc (2007) Aid for Peace. A Guide to Planning and Evaluation for Conflict Zones. Baden-Baden: Nomos. [ISBN 978-3832925826]


Friedensforschung


Publikationen einzelner Friedensforschungsinstitute können über die Webseiten dieser Institute (s. u.) gefunden werden.

  • Eine sehr gute und aktuelle Quelle zu verschiedenen Themen aus der Konfliktbearbeitung ist das Berghof Handbook for Conflict Transformation <http://www.berghof-handbook.net/> [09.11.2011]
  • Eine Zeitschrift, die Themen aus der Friedensforschung für ein breiteres Publikum aufarbeitet, ist Wissenschaft und Frieden <http://www.wissenschaft-und-frieden.de/> [09.11.2011]


Friedenspädagogik


Informative Publikationen zum Thema der Friedenspädagogik (inklusive Materialien, die auch international einsetzbar sind), erstellt u. a. das Institut für Friedenspädagogik Tübingen e. V. Seine Webseite enthält viele Materialien, die frei heruntergeladen werden können: <http://www.friedenspaedagogik.de> [09.11.2011]


Friedenspsychologie


Das von Gert Sommer und Albert Fuchs herausgegebene Handbuch gibt in vielen Aufsätzen einen guten Überblick über verschiedene Bereiche der Friedenspsychologie in einem sehr weit verstandenen Sinne. Neben friedenspsychologischen Grundlagen befasst es sich mit Aspekten der Kriegskultur (z. B. auch Psychologie des Rechtsextremismus) und unter der Überschrift Frieden gestalten mit vielen Aspekten der Konfliktbearbeitung, von gewaltfreiem Widerstand über Mediation bis zu Traumabearbeitung.

  • Sommer, Gert und Fuchs, Albert (Hrsg.) (2004) Krieg und Frieden. Handbuch der Konflikt- und Friedenspsychologie. Weinheim/Basel/Berlin: Beltz Verlag. [ISBN 978-3935429504]


Gender


Der Begriff des Genders (Geschlecht) beansprucht, den Fokus auf Frauen abzulösen und will deutlich machen, dass generell die Geschlechter von Konflikt und Konfliktbearbeitung unterschiedlich betroffen sind bzw. unterschiedliche Rollen in ihm spielen. Wichtige Aspekte dabei sind:

  • Krieg betrifft Männer und Frauen sehr unterschiedlich. Die meisten Kämpfer sind Männer und meistens wird die Entscheidung über Krieg von Männern getroffen.
  • Frauen sind, da sie i. d. R. für die Kinder sorgen, besonders angreifbar. Sie sind oft diejenigen, die die Grundversorgung der Familie aufrechterhalten.
  • Vergewaltigung betrifft sie weit mehr als Männer, wenngleich beide Geschlechter den Gefahren von Vergewaltigung, Folter usw. ausgesetzt sind.
  • Sie können in vielen Gesellschaften wichtige Rolle bei Vermittlung und Friedensbemühungen spielen.

Einen Überblick über die verschiedenen Dimensionen des Themas, welche Rollen Frauen in der Konfliktbearbeitung spielen, gibt die allerdings schon 2002 im niederländischen Clingendael-Institut angefertigte Studie:

  • Bouta, Tsjeard und Frerks, Georg (2002) Women’s Roles in Conflict Prevention, Conflict Resolution and Post-Conflict Reconstruction. Literature Review and Institutional Analysis. Netherlands Institute for International Relations Clingendael. [Online] bei <http://www.clingendael.nl/publications/2002/20021100_cru_bouta.pdf> [09.11.2011]

Ein inzwischen einige Jahre alter Text von Cordula Reimann gibt eine Einführung in die Thematik gender in deutscher Sprache:

  • Reimann, Cordula (2000) Konfliktbearbeitung in Theorie und Praxis: Spielt „Gender" eine Rolle? AFB-Texte Nr. 1. Bonn: AFB.


Gesellschaftspyramide (John Paul Lederach)


John Paul Lederachs Pyramide der Führerschaft auf drei gesellschaftlichen Ebenen ist in der Literatur zu einem sehr allgemeinen Bezugspunkt geworden.

Abbildung 2) Die Gesellschaftspyramide

(Quelle: Lederach 1997: 39)


Gewaltfreiheit


Der Begriff der Gewaltfreiheit wird gewöhnlich verwendet, wenn man sich auf die bewusste, strategisch oder ethisch begründete Vermeidung physischer Gewalt im politischen Handeln bezieht, und ist damit abgegrenzt von bloßer Gewaltlosigkeit. Für Gandhi und die sich auf ihn beziehenden sozialen Bewegungen und Einzelakteure ist Gewaltfreiheit ein „dritter Weg" zwischen Gewalt und passivem Nichthandeln. Sie ist damit eine höchst aktive Haltung, die versucht, einen Konflikt zu transformieren, indem sie den Gegner zum Partner in dem Bemühen macht, eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden.

Die folgende Literatur beleuchtet verschiedene Aspekte zum Thema Gewaltfreiheit:

  • Arnold, Martin und Knittel, Gudrun (Hrsg.) (1999) Gütekraft erforschen: Kraft der Gewaltfreiheit, Satyagraha, Strength to love. Minden Versöhnungsbund e. V. [Online] bei <http://www.guetekraft.net/gkerforschen/gk_erf_inhalt.html> [09.11.2011]
    Gütekraft wird als Übersetzung von Gandhis Begriff Satyagraha verstanden und meint die aktive Kraft, die gewaltfreies Handeln in Konflikten entwickeln kann.
  • Gugel, Günter (2003) (3. Aufl.) Wir werden nicht weichen. Erfahrungen mit Gewaltfreiheit. Eine praxisorientierte Einführung. 3. Auflage. Institut für Friedenspädagogik, Tübingen [ISBN 978-3922833970]
    Pädagogische Publikation zu Erfahrungen und Ansätzen der Gewaltfreiheit.
  • Müller, Barbara und Schweitzer, Christine (2000) Gewaltfreiheit als Dritter Weg zwischen Konfliktvermeidung und gewaltsamer Konfliktaustragung. In: Konflikt und Gewalt: Ursachen - Entwicklungstendenzen – Perspektiven. Hrsg. Kempf, Wilhelm. Studien für europäische Friedenspolitik, Bd. 5. Münster: Agenda Verlag: 82-111. [ISBN 978-3896880710]
    Aufsatz, der versucht, Konzepte der Gewaltfreiheit auf Intervention in internationale Konflikte anzuwenden
  • Goss-Mayr, Hildegard (1981) (4. Aufl.) Der Mensch vor dem Unrecht. Spiritualität und Praxis gewaltloser Befreiung. Wien, München, Zürich [ISBN 978-3203507866]
    Hildegard Goss-Mayr ist Theologin und hat – zumeist im Rahmen des Internationalen Versöhnungsbundes – in aller Welt mit gewaltfreien Volksbewegungen gearbeitet.
  • Galtung, Johan (2007) Frieden mit friedlichen Mitteln: Friede und Konflikt, Entwicklung und Kultur. Münster: Agenda-Verlag [ISBN 978-3896883056]
    Galtung legt hier sein umfassendes Modell von Konflikt und Konfliktbearbeitung dar. (Das Original erschien unter dem Titel Peace by Peaceful Means 1996 bei Sage Publications.)
  • Lederach, John Paul (1997) Building Peace. Sustainable Reconciliation in Divided Societies. Washington: United States Institute of Peace Press [ISBN 978-1-878379-73-3]
    John Paul Lederach lehrt u. a. an der Eastern Mennonite University in den USA. Er hat vor allem in Lateinamerika gearbeitet. Seine Konzepte von Versöhnung als dem Ort, wo Frieden, Gerechtigkeit, Vergebung und Wahrheit zusammentreffen und seine Modelle einer Gesellschaftspyramide (s. o.) und von langfristiger Konflikttransformation sind von vielen Praktikern wie Wissenschaftlern aufgegriffen worden.


Kindersoldaten


Eine gute und aktuelle Einführung in die Thematik und Diskussion zum Thema Kindersoldaten gibt:

  • Pittwald, Michael (2008) (2. Aufl.) Kindersoldaten, neue Kriege und Gewaltmärkte. Belm-Vehrte: Sozio-Publishing [ISBN 978-3935431132]


Konfliktstufen eines gewaltsamen Konflikts


Der Organisationsberater Friedrich Glasl hat neun abwärts führende Stufen der Konflikteskalation unterschieden.

Abbildung 3) Konflikteskalationsstufen

(Quelle: Glasl 1994: 218-219)


Konfliktdreieck (Johan Galtung)


Der norwegische Friedensforscher Johan Galtung hat sein Konfliktdreieck, das Einstellung/Annahmen – Verhalten – Widerspruch drei als universell angenommene Seiten eines Konfliktes beschreibt, vielfach veröffentlicht.

Abbildung 4) Konfliktdreieck

(Quelle: Galtung 1996:72)


Konfliktanalyse des Do No Harm – Ansatzes:


Verbindende und trennende Faktoren

Von der Organisation Collaborative for Development Action wurde ein Modell zur Konfliktanalyse vorgestellt. Ihr Hauptinstrument ist die Identifikation von trennenden (dividers) und verbindenden Faktoren (connectors). Die verbindenden Faktoren sollen gezielt gestärkt werden. Systeme und Institutionen, Einstellungen und Handlungen, Werte und Interessen, Erfahrungen, Symbole und Gelegenheiten sind Kategorien solcher Faktoren.

Abbildung 5) Trennende und verbindende Faktoren (Do No Harm)

(Quelle: CDA-Collaborative Learning Projects 2004, Übersetzung und leichte Anpassung durch Barbara Müller)


Konfliktsensitivität als Querschnittsaufgabe



Krisen und Kriege


Verschiedene Organisationen sammeln Informationen zu Krisen und Kriegen und publizieren regelmäßig über die weltweiten Entwicklungen:

  • AKUF: Die Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) informiert auf ihrer Webseite <http://www.akuf.de> umfassend über das weltweite Kriegsgeschehen nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie erfasst und typologisiert alle aktuellen Kriege und bewaffneten Konflikte und ermittelt und analysiert statistische Trends zum Kriegsgeschehen. Sie ist Teil der Forschungsstelle Kriege, Rüstung und Entwicklung an der Universität Hamburg.
  • Friedensgutachten: Jedes Jahr geben fünf deutsche Friedensforschungsinstitute [Bonn International Center for Conversion (BICC), Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemenschaft (FEST), Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH), Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK)] gemeinsam ein Friedensgutachten für das jeweils laufende Jahr heraus, das sich vorrangig mit Fragen von internationalen Regimen und Strukturen, staatlichen Abkommen, Rüstungskontrolle und Abrüstung und dergleichen befasst.
  • Heidelberger Konfliktbarometer: Das private Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung e. V. (HIIK), angesiedelt am Institut für Politische Wissenschaft der Universität Heidelberg, erstellt jährlich ein Konfliktbarometer, das eine zusammenfassende Betrachtung des weltweiten gewaltlosen und gewaltsamen Konfliktgeschehens gibt. Die jeweils aktuelle Ausgabe kann bei dem HIIK erworben werden; alle vergangenen Ausgaben können von der Webseite heruntergeladen werden: <http://www.hiik.de/de/konfliktbarometer> [09.11.2011]
  • SIPRI – Stockholm International Peace Research Institute: Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI, 1966 gegründet, forscht vorwiegend zu Themen der Rüstungskontrolle und Abrüstung. Neben seinen Jahrbüchern, deren Daten zu Kriegsentwicklung und Rüstungsausgaben oft zitiert werden, gibt SIPRI eine Reihe weiterer Publikationen zu einschlägigen Themen heraus, die z. T. aus dem Internet heruntergeladen werden können <http://www.sipri.org> [09.11.2011].


Zu den Schlüsselkonzepten L-Z geht es hier entlang.



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